AG Endokrine Dynamik und Stoffwechselregulation

Datenbasierte Prädiktion und Translation

Die hormonelle Regulation des Stoffwechsels folgt komplexen, dynamischen Prinzipien, die sich zwischen Individuen – und insbesondere zwischen Geschlechtern – erheblich unterscheiden. Unsere Arbeitsgruppe erforscht endokrine Netzwerke und metabolische Regulation mit dem Ziel, individuelle Risiken besser zu verstehen und prädiktiv zu modellieren.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) – einer der häufigsten hormonell-metabolischen Erkrankungen bei Frauen im reproduktiven Alter. PCOS betrifft nicht nur die Reproduktionsgesundheit, sondern geht mit einem erhöhten Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Belastungen einher. Trotz seiner hohen Prävalenz ist PCOS noch immer unterdiagnostiziert und unterforscht – insbesondere in Bezug auf molekulare Subtypen, Therapieansprechen und Langzeitrisiken.

Forschungsschwerpunkte

Unsere AG verbindet klinische Beobachtung mit datengetriebener Analyse, um hormonelle Dysregulationen besser zu verstehen und Lösungen für Patientinnen und Patienten zu entwickeln. Im Zentrum stehen dabei folgende Themenfelder:

  • Metabolische und kardiovaskuläre Risiken bei PCOS
    Analyse individueller Risikoprofile und Entwicklung prädiktiver Modelle für Langzeitkomplikationen auf Basis klinischer und molekularer Daten
  • Molekulare Subtypen des PCOS
    Identifikation biologisch definierter PCOS-Phänotypen durch integrative Omics-Ansätze (Proteomik, Metabolomik) und datenbasierte Clusteranalysen
  • Therapieansprechen und personalisierte Interventionen
    Entwicklung biomarkerbasierter Prädiktoren für das Ansprechen auf Lebensstilinterventionen, GLP-1-Rezeptoragonisten und andere medikamentöse Therapien
  • Reproduktive Gesundheit und Schwangerschaftsverlauf
    Untersuchung des Einflusses von PCOS auf Fertilität, Schwangerschaftsverlauf, perinatale Risiken und potenzielle transgenerationale Effekte
  • Versorgungsforschung und Patienten- und Patientinnenbeteiligung
    Entwicklung und Evaluation innovativer Versorgungsmodelle unter aktiver Einbindung von Betroffenen und Patientenorganisationen

Unser Ansatz

Wir arbeiten interdisziplinär an der Schnittstelle zwischen klinischer Endokrinologie, Reproduktionsmedizin, Stoffwechselmedizin und Bioinformatik. Unser Ziel ist es, individuelle Krankheitsverläufe anhand moderner Datenanalyse zu verstehen und Translation aktiv mitzugestalten – von der molekularen Ebene bis zur klinischen Anwendung.

Durch enge Kooperationen mit nationalen und internationalen Forschungspartnerinnen und -partnern, klinischen Einrichtungen und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren bringen wir Grundlagenforschung, Datentechnologie und Versorgungsperspektive zusammen.

Mitmachen und Kooperationen

Wir freuen uns über wissenschaftlichen Austausch und neue Ideen. Ob Promotionsprojekt, Hospitation oder Kooperationsanfrage – unsere AG ist offen für engagierte Nachwuchsforschende und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

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Dr. Dr. Sita Arjune

Leitung der Arbeitsgruppe

Ärztin und Biochemikerin